17.10. 2015 Antrag: Integration im Landkreis nachhaltig fördern! Integrationsmanagement einrichten und personell ausstatten.

Antrag: Integration im Landkreis nachhaltig fördern! Integrationsmanagement einrichten und personell ausstatten.

Beschreibung:

Der Landkreis möge ein langfristiges und dauerhaftes Integrationsmanagement einrichten und aktiv die Integration von Bevölkerungsgruppen mit Migrationshintergrund unterstützen. Zugleich gilt es eine Kultur der Anerkennung zu befördern und Ressentiments gegenüber sog. „Fremden“ abzubauen, indem gezeigt wird, was Menschen mit Migrationshintergrund für unsere Gesellschaft leisten.

Hierzu muss ergänzend zur Asylkoordination die Stelle eines/-r Beauftragten für Migration und Integration geschaffen werden.

Aufgaben eines Integrationsbeauftragten sind u.a.:

  • Entwicklung eines Berichterstattungssystems über den Stand der Integration unterschiedlicher Bevölkerungsteile

  • Regelmäßige Veröffentlichung eines Migrations- und Integrationsberichts

  • Erstellung eines Integrationskonzepts auf Basis einer profunden Analyse des Integrationsniveaus und möglicher sozialer Probleme

  • Koordination der unterschiedlichen Handlungsfelder und Koordination der Durchführung von Fachforen mit VertreterInnen aller relevanten Arbeitsfelder

  • Durchführung von öffentlichen Veranstaltungen (z.B. Integrationsgipfel)

  • Verwaltungsinterne Aufgaben: Ziel ist die interkulturelle Öffnung von Verwaltung und die gezielte Unterstützung von Menschen mit Migrationshintergrund (z.B. bei Anerkennung von Schul- und Berufsabschlüssen)

Begründung:

Die gegenwärtige globale Situation, die geprägt ist von zunehmenden Konflikten, hat viele Menschen ihrer Heimat und sicherer Lebensbedingungen beraubt. Von den im Landkreis ankommenden Flüchtlingen und Asylbewerbern werden viele mittel- oder langfristig im Land bleiben – auch weil die Wirtschaft auf Arbeits- und Fachkräfte angewiesen ist. Führende Wirtschaftsforschungsinstitute sehen in diesen Menschen ein enormes Potential für Wirtschaft und Gesellschaft der deutschen Aufnahmegesellschaft. Die Vergangenheit hat jedoch gezeigt, dass Versäumnisse in der Integrationsbereitschaft der Aufnahmegesellschaft – bis in die 1990er Jahre hieß es noch, dass Deutschland kein Einwanderungsland sei – und in der Bereitstellung entsprechender Angebote zu langfristigen Problemen geführt haben, die sich bis heute z.B. in schlechteren Schul- und Berufschancen niederschlagen.

Es gilt, das Potential tatsächlich zu nutzen, indem Herausforderungen und Probleme der Integration klar erkannt werden und hinreichende Maßnahmen getroffen werden. Hierfür ist eine entsprechende Berichterstattung und ein Austausch zwischen den unterschiedlichen relevanten Handlungs-/Berufsfeldern unerlässlich.

Gez. Kreisrat Ludwig Gasteiger

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