9.10.2019 Antrag: Vollzeitstellen für Klimaschutz und nachhaltige Digitalisierung

Antrag:

Der Landkreis schafft mit dem neuen Stellenplan eine Vollzeitstelle für Klimaschutz und Nachhaltigkeit und eine Vollzeitstelle für nachhaltige Digitalisierung des Landkreises

Begründung

Mit dem Klimaschutzgesetz der Bundesregierung steht endgültig fest: alle sind gefordert das 1.5 Grad Ziel des Pariser Abkommens einzuhalten. Klimaschutz muß erste Priorität bekommen, in allen Sektoren Energie, Verkehr, Bauen, Abfall, Landwirtschaft. Dies gilt natürlich auch bei uns im Landkreis. Es muss mehr werden als Aktionen wie Stadradeln oder Energieberichte. Auch Im Bereich der Digitalisierung stehen dem Landkreis Herkulesaufgaben bevor, wie die papierlose Verwaltung oder die Bewältigung von EU Vorgaben. 

In beiden Bereichen sind die jeweiligen Mitarbeiter:innen aber schon jetzt zeitlich vollkommen auslastet.

Aber nachhaltige Digitalisierung und Klimaschutz sind weit mehr als das was bisher im Landkreis bearbeitet wird. Die wesentlichen strukturellen Herausforderungen beider Bereiche sind Aufgaben der kommenden Jahre, die in der Verwaltung zusammengedacht und bearbeitet werden müssen – denn auch der Energieverbrauch und CO2 Fußabdruck der Digitalisierung ist riesig:

Etwa 33 Millionen  Tonnen CO2-Emissionen im Jahr werden durch den Betrieb des Internets und internetfähiger Geräte in Deutschland verursacht – so viel wie durch den innerdeutschen Flugverkehr. Wie Nachhaltigkeit und Klimaschutz ist auch Digitalisierung ein Querschnittsthema.

Die Energie-, die Verkehrs- und die Konsumwende, Ziele eines nachhaltigen Klimaschutzes können mit digitalen Technologien effektiver umgesetzt werden. Innerhalb der Verwaltung sind z.B. „open data“ als offene Regierungs und -behördendaten von Nutzen. Der Austausch und die Verwaltung der Daten werden erleichtert und es entsteht gleichzeitig eine Schnittstelle zur Zivilgesellschaft, zu deren Wissen und ehrenamtlichem Engagement. Durch Umsetzung von open data auf allen Verwaltungsebenen werden für die Bürger:innen wichtige Informationen mit praktischem Nutzen geschaffen, z. B. aus Transportdaten werden Fahrplanapps oder aus offenen Analysen des Trinkwassers erfahren die Bürger:innen, ob Grenzwerte eingehalten werden können, usw.

Die Konsequenz aus den bereits an der Belastungsgrenze arbeitenden Mitarbeiter:innen und der deutlich größeren und herausragenden Bedeutung von nachhaltigem Klimaschutz und Digitalisierung im Landkreis muss eine personelle Aufstockung in diesen Bereichen sein und zwar mit der Kombination der Fachkompetenzen Umweltingenieur:in und IT-Spezialist:in.

Mit Blick auf die aktuellen gesetzlichen Vorgaben und gesellschaftlichen Entwicklungen, voranschreitende Naturzerstörung und ökonomische Krisen ist es unerlässlich, die vielfältigen Perspektiven auf unsere digitale Zukunft im Landkreis zusammenzubringen.

Gez. Marese Hoffmann, Achim Liebl

Kreisverband Dachau

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