Pressemitteilung zum internationalen Tag der Hülsenfrüchte am 10. Februar

Bäuer*innen unterstützen, heimische Futtermittel anbauen, Bodenfruchtbarkeit fördern, Klima schützen!

Zum internationalen Tag der Hülsenfrüchte (world pulses day) erklärt Marese Hoffmann, Fraktionssprecherin der Grünen im Dachauer Kreistag:

Die EU braucht aktuell etwa 15 Mio. Hektar Ackerland außerhalb Europas, um ihren Eiweißbedarf zu decken. Der größte Anteil davon liegt in Südamerika.  Regen- und Trockenwald (Chaco, Cerrado) werden zerstört und zu Soja-Monokulturen umgewandelt, Menschen werden vertrieben oder durch den Pestizidnebel vergiftet (siehe unser Antrag “Klimabündnis Situation der indigenen Völker” vom 11.05.2019).

Es ist klar, dass wir in Europa dringend eine Förderung des einheimischen Eiweißpflanzenanbaus brauchen; aber keine Soja-Monokulturen, sondern es braucht eine Förderung aller Leguminosen (Hülsenfrüchte) und des Anbaus in Vielfalt und Fruchtwechsel. Ackerbohnen, Lupinen und feinsämige Leguminosen, Klee und Luzerne müssen zuallererst gefördert werden. Der Anbau von Leguminosen hat riesige Potentiale für den Klima-, Boden-, und Gewässerschutz.

Mittels Stickstofffixierung über Leguminosen in der Fruchtfolge können im Vergleich zum Mineraldüngereinsatz bis zu 70% Treibhausgase eingespart werden. Das wäre schon ein großer Schritt für einen Beitrag der Landwirtschaft zum Klimaschutz. Boden- und Gewässerschutz sind dabei automatisch mit im Paket und die Biodiversität profitiert ebenfalls. Darüber hinaus haben Hülsenfrüchte vielfältige Potentiale auch für die pflanzliche Lieferung von Proteinen für unsere Ernährung. Angefangen bei Bohnen- und Linsengerichten sowie -salaten, bis zu Humus und Falafel.

16 Mitgliedstaaten haben aktuell gekoppelte Zahlungen für Eiweißpflanzen im Programm. Deutschland hat sich leider entschieden, keine gekoppelten Zahlungen dafür anzubieten. Anstelle von Trostpflastern, um sie ruhig zu stellen, wäre das jedoch eine sinnvolle Unterstützung für die Bäuer*innen!

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