BUNDESDELEGIERTENKONFERENZ 2022

Eröffnungsrede von politischer Geschäftsführerin Emily Büning

Was für ein Erlebnis. Ich durfte als Ersatzdelegierte an diesem unglaublich spannendem Parteitag in Bonn für euch abstimmen. Es waren drei sehr anstrengende Tage, doch es hat sich gelohnt. Besonders weil es um so ernste Themen wie Atomausstieg und Klimakrise ging.

Mit dem Zug habe ich mich allein auf den Weg in unsere ehemalige Hauptstadt Bonn gemacht und war anfangs etwas unsicher, was mich erwartet. Die BDK fand im World Conference Center statt, auf dem Weg dorthin, kam ich an vielen Übertragungswägen von Rundfunk und Fernsehen vorbei, das vermittelte schon die Wichtigkeit dieses Ereignisses.

Die Welt schaut zu.

Hinter den Absperrungen demonstrierten Fridays For Future, Demonstranten für die Frauen im Iran und Atomkraftgegner und noch einige mehr. Es war schon ein komisches Gefühl, da ich schon auf der anderen Seite gestanden bin.

Nachdem ich mich als Delegierte akkreditiert habe, suchte ich mir in dem Gewusel meinen Platz. Der Block der Bayern war vorne links und da die KVs alphabetisch platziert wurden, hatte ich das Glück in 2. Reihe zu sitzen. Was für ein Privileg.

Es war ein knackiger Zeitplan und am Freitag wurde über die Anträge zu dem Thema „In Zeiten fossiler Inflation: sozialen Zusammenhalt sichern, Wirtschaft stärken“ bis nach 22:00 Uhr abgestimmt.

Wenn man ganz vorne sitzt, wird man auch mal mit der Kamera erwischt 😉

Vollkommen geplättet bin ich an diesem Abend ins Bett gefallen. Beim Frühstück erkannt man schon am Armbändchen die anderen Delegierten und es wurden neue Bekanntschaften geschlossen. In meinem Fall habe ich Kontakte nach Freiburg bekommen und ich bin gespannt, ob es sich mal ergibt, sich dort oder bei uns wiederzusehen. Um 11:00 Uhr ging es weiter mit dem Marathon. Diesmal ging es um das Thema: „Wertegeleitet, multilateral, handlungsfähig: grüne Friedens- und Sicherheitspolitik
in der Zeitenwende“

Gleich zu Beginn sprach die Friedensnobelpreisträgerin Irina Scherbakowa  von der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial: „Wer Frieden will, der muss dafür sorgen, dass die Ukraine alles für ihre Verteidigung Nötige bekommt.“

Annalena sagte zu Putins Angriffskrieg auf die Ukraine: „Jeder einzelne Tag dieses Krieges ist eine Katastrophe. Und deswegen übernehmen wir Verantwortung. Weil wir eine Friedens- und Menschenrechtspartei sind, unterstützen wir die Menschen, ihr Leben zu verteidigen.“

„Wir haben uns diese Zeiten nicht ausgesucht, aber es sind unsere Zeiten.”

Annalena Baerbock

An diesem Tag wurde aber auch den Frauen im Iran ein besonderer Stellenwert eingerichtet. Es wurden bewegende Reden gehalten und ich kann dem nur zustimmen:

Menschenrechte sind Frauenrechte

Jin, Jiyan, Azadi

Frauen. Leben. Freiheit.

Wie Omid schon bei der LDK in Landshut gesagt hat, es ist wichtig, dass wir den Frauen im Iran eine Stimme geben. Sprich darüber, teile Beiträge!

„Liebe GRÜNE, liebes Deutschland, bitte, wir brauchen euch jetzt!” Pegah Ferydoni zitierte einen bewegenden Liedtext und endete mit dem Appell, zu handeln und den Frauen im Iran in ihrem Kampf um die Freiheit beizustehen.

Am Rande des Parteitages gab es viele Aussteller und ich hatte interessante Gespräche mit dem Verband der Zuckerhersteller über Bio-Rübenzucker:

Ich war dem Irrglauben aufgesessen, dass brauner Zucker gesünder ist als weißer Zucker. Deswegen habe ich meist Bio-Rohrohrzucker gekauft.

Nachteile des Rohrzuckers sind die langen Transportwege und die Landgewinnung für die Anbauflächen des Zuckerrohrs. Rübenzucker stammt von Zuckerrüben aus heimischer Region. Zuckerrohr als auch Zuckerrohr werden gekocht, eingedickt und dann zentrifugiert. Dabei scheiden sich die weißen Zuckerkristalle ab. Mein Fazit ist, dass ich in Zukunft heimischen Bio-Rübenzucker kaufen werde.

Ich diskutierte mit der Vize-Präsidentin vom Verband Garten- und Landschaftsbau über ökologische Gartengestaltung und wie man zum Beispiel Gartenbauvereine dazu motivieren kann. Am Stand des Bundesverbands der Baumschulen informierte ich mich über trockenresistente Baumarten.

Um 22 Uhr waren wir mit den Abstimmungen fertig und es gab im Foyer eine Party und Omid löste sein Versprechen ein, dass er der DJ sein werde. Das tat er auch und es war eine unglaublich tolle Party.

Dementsprechend schwer fiel es mir am nächsten Tag um 9 Uhr auf der Matte zu stehen. Denn am Sonntag standen die schwierigsten Entscheidungen zur Klimakrise an.

Luisa Neubauer warb mit der Grünen Jugend für einen Antrag zu einem Moratorium, dass verhindert, dass Lützerath abgebaggert wird. Sie verloren nur sehr knapp.

Ich kam spät in der Nacht von dieser Reise zurück, weil mein ICE ein Fahrgestellproblem und einen Polizeieinsatz hatte und war froh in mein Bett fallen zu dürfen aber mit dem stolzen Gefühl dabei gewesen zu sein und Teil dieser großartigen Partei zu sein!

Karin Beittel