Weltfrauentag 2021 – Gleichberechtigung am Abgrund.

Wir stecken mitten in der Krise: und Frauen trifft es ungleich mehr.
Ein Bericht der „UN Woman“ ist alarmierend: Die Arbeitsbedingungen in den meist von Frauen besetzten sozialen Berufen verschlechtern sich massiv durch die Corona-Pandemie. Gesundheitliche und ökonomische Nachteile sind die Folge. Auch Gewalt an Frauen ist nach wie vor an der Tagesordnung. Das ist nur ein kleiner Ausschnitt diskriminierender Fakten unserer Zeit.


Wir dürfen nicht müde werden auf die Ungleichheit der Geschlechter aufmerksam zu machen. Ein Weltfrauentag? Wir brauchen viele davon!
Denn dabei handelt es sich um Dauerthemen, die nicht durch die Pandemie bedingt sind, sondern lediglich erneut an Brisanz zugenommen haben und gleichzeitig veraltete Rollenbilder manifestieren. Dies ist keine Kampfansage an Männer, im Gegenteil: Auch für männliche Arbeitnehmer kann Ungleichbehandlung zum Dilemma werden: Elternzeit als Mann? Klar, aber wenn dann nur drei Monate, sonst ist der Job weg. Teilzeit als Mann? Wird knapp mit der Miete (die Frau verdient ja zu wenig) und die Karriere ist dahin. Ein Teufelskreis. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber wir brauchen mehr davon. Gleichberechtigung darf keine Ausnahme sein, sondern Normalität.
Die Regierung hingegen legt den Fokus in der Krise auf die Wirtschaft: Weitere Milliarden für die Automobilindustrie im November. Um die Gleichberechtigung kümmern wir uns „nach Corona“ wieder, oder? Arbeitsplätze erhalten ist das Stichwort. Die Mamas passen derweil auf die Kinder auf und ziehen diese aus dem emotionalen Sumpf, in den die Kinder und Jugendlichen während der letzten Monate geraten sind. Schließlich kriegen sie dafür ja nun mehr Kinderkrankengeld. Und Frauen ohne Kinder ackern dafür noch mehr für weniger Geld als die männlichen Kollegen, häufig mit befristeten Verträgen (denn sie könnten ja noch Kinder bekommen, wer weiß).

Ja es gibt wirklich Ausnahmen, dennoch: Gleichberechtigung kann es nur geben, wenn wir Frauen genauso viel verdienen wie Männer und adäquate (!!!) Kinderbetreuung – auch in Krisenzeiten – kein Luxus mehr ist, sondern selbstverständlich.

Davon entfernen wir uns gerade wieder in großen Schritten.

Verfasst von Birgit Sieber, 06.03.2021

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